ࡱ>    !"#$%&'()*+,-./012345678;<=>?@AJCDEFGHI:KLMRoot EntryZ O2.2$ 9CONTENTS lCompObjVSPELLINGBH& nicht ob der Hund das Symbol des Verbrechers berhaupt ist; aber das Symbol eines Verbrechers ist er. Das Auge des Hundes ruft unwiderstehlich den Eindruck hervor, da der Hund etwas verloren habe: es spricht aus ihm (wie brigens aus dem ganzen Wesen des Hundes) eine gewisse rtselhafte Beziehung zur Vergangenheit. Was er verloren hat, ist das Ich, der Eigenwert, die Freiheit. Scene 3 Der Hund hat eine merkwrdig tiefe Beziehung zum Tode. Monate bevor mir der Hund Problem geworden war, sa ich eines Nachmittags gegen 5 Uhr in einem Zimmer des Mnchener Gasthofes, in welchem ich abgestiegen war, und dachte an Verschiedenes und ber Verschiedenes. Pltzlich Hnd. : Awoeeeeeh Otto W. : hrte ich einen Hund in einer ganz eigentmlichen, mir neuen, durchdringenden Weise bellen, (a3) bellen Otto W. : und hatte im gleichen Momente unwiderstehlich das Gefhl, da gerade im Augenblick jemand sterbe. Monate nachher hrte ich, in der furchtbarsten Nacht meines Lebens, da ich, Hnd. : ohne krank zu sein, Otto W. : buchstblich mit dem Tode rang a3 : denn es gibt fr grere Menschen den seelischen Tod nicht ohne den physischen Tod, weil bei ihnen Leben und Tod am gewaltigsten und intensivsten als Mglichkeiten sich gegenberstehen, Otto W. : Einmal Hnd. : Awoeeeeeh Otto W. : Zweimal Hnd. : Awoeeeeeh Otto W. : Dreimal, Hnd. : Awoeeeeeh Otto W. : gerade als ich zu unterliegen dachte, einen Hund in hnlicher Weise bellen, wie damals in Mnchen; dieser Hund bellte die ganze Nacht; aber in diesen drei Malen anders. Ich bemerkte, da ich in diesem Momente mit den Zhnen mich ins Leintuch festbi, (a3) eben wie ein Sterbender. Scene 4 Otto W. : hnliche Erlebnisse mssen auch andere Menschen gehabt haben. CHNKWKS ljTEXTTEXTGFDPPFDPPJFDPPFDPPLFDPPFDPPNFDPPFDPPPFDPPFDPPRFDPPFDPPTFDPCFDPCVFDPCFDPCXFDPCFDPCZFDPCFDPC\FDPCFDPC^FDPCFDPC`STSHSTSHbSTSHSTSHb2SYIDSYIDPbSGP SGP dbINK INK hbBTEPPLC lb@ Der Hund - Libretto Otto Weininger tenor Hndin I soprano Hndin II mezzo-soprano Scene 1 Otto W. : Der Tanz ist eine weibliche Bewegung, und zwar vor allem die Bewegung der Prostitution. Man wird finden, da ein Weib um so lieber, um so besser tanzt, je mehr es von der Dirne an sich hat. Hndinnen :  je mehr es von der Dirne, von der Dirne an sich hat. Otto W. : Hiermit hngt ferner der Charakter des bayerisch-sterreichischen Volksstammes, insbesondere der Wieners, zusammen. Seine groe Neigung zur Tanzmusik ist kein isolierter Zug seines Wesens, sondern in diesem tief begrndet. Die Kreisbewegung hebt die Freiheit auf und ordnet sie einer Gesetzlichkeit unter; die Wiederholung des nhmlichen wirkt entweder lcherlich oder unheimlich. Der Walzer ist die absolut fatalistische Musik; aber darum zugleich der adquate musikalische Ausdruck des Kreisbahns. Scene 2 Es kam mir der Gedanke, da die Tiefsee in einer Beziehung zum Verbrechen stehen msse. Und daran glaube ich auch heute im allgemeinen festhalten zu knnen. Die Tiefsee hat keinen Teil am Licht, dem grten Symbole des hchsten Lebens; und so mu auch, was den Aufenthalt dort whlt, lichtscheu, verbrecherisch sein. (a3) Die Polypen und Kraken knnen, wenn sie Symbole sind, jedenfalls nur als Symbole von Bsem betrachtet werden. Otto W. : Im laufe des folgenden Sommers und Herbstes entwickelte sich hieraus immer klarer der Plan zu einem Unternehmen, von dem ich nur ganz wenige aus der ungeheuren Zahl der Aufgaben, die es in sich schliet, bisher ausfhren konnte, der plan zu einer (a3) Tierpsychologie, Otto W. : in einem ganz anderen Sinne als bisher. Jenes Tier, dessen Bedeutung mir am klarsten wurde, ist der Hund. Hnd. : der Hund. Otto W. : Ich wei In der letzten Strophe von Heines bedeutendstem und schnstem Gedichte "Die Wallfahrt nach Kevlaar", heit es, wie die vom Leben erlsende Mutter Gottes dem Kranken sich naht: Hnd. :  Die Mutter schaut alles im Traume, Und hat noch mehr geschaut; Sie erwachte aus dem Schlummer, (a3) Die Hunde bellten so laut." Otto W. : Ich wei nicht, ob der Zug bei Heine originell oder der Volkssage entnommen ist. Wenn ich nicht irre, spielt auch irgendwo bei Maeterlinck der Hund eine hnliche Rolle. Kurze Zeit vor dieser erwhnten Nacht hatte ich mehrfach dieselbe Vision, die Goethe, nach dem Faust zu schlieen, gehabt haben mu: einigemale, wenn ich einen schwarzen Hund sah, (a3) schien mir ein Feuerschein ihn zu begleiten. Scene 5 Otto W. : Ausschlaggebend aber ist das Bellen des Hundes: die absolut verneinende Ausdrucksbewegung. Sie beweist, da der Hund ein Symbol des Verbrechers ist. Goethe hat dies, wenn es ihm auch vielleicht nicht ganz klar geworden ist, doch sehr deutlich empfunden. Hnd. : Der Teufel whlt bei ihm den Leib eines Hundes. Otto W. : Whrend Faust im Evangelium laut liest, bellt der Hund immer heftiger: (a3) der Ha gegen Christus, gegen das Gute und Wahre. Otto W. : Ich bin, wie ich bemerke, gar nicht von Goethe beeinflut. Die Heftigkeit jener Eindrcke, Erregungen und Gedanken war so gro, da ich mich an dem Faust erinnerte, jene Stellen hervorsuchte und nun zum ersten Male, vielleicht als erster berhaupt, ganz verstand. Ich fhre nun weiteres an: Der Hund handelt, als ob er die eigene Wertlosigkeit fhlen wrde; er lt sich vom Menschen schlagen, an den er sich gleich wieder herandrngt, wie stets der bse Mensch an den guten. Diese Zudringlichkeit des Hundes, das Hinaufspringen am Menschen (a3) ist der Funktionalismus des Sklaven. Otto W. : In der Tat haben Menschen, welche rasch fr sich zu gewinnen suchen, und doch zugleich so sich schtzen gegen Angriffe, Menschen, die man nicht abschtteln kann, (a3) Hundegesichter, Hundeaugen. Otto W. : Hier erwhne ich zum ersten Male jene groe Besttigung meines Gedankensystemes. Es gibt wenige Menschen, die nicht ein oder mehrere Tiergesichter haben; und jene Tiere, denen sie hneln, gleichen ihnen auch im Benehmen. Die Furcht vor dem Hunde ist ein Problem; warum gibt es keine Furcht vor dem Pferde, vor der Taube? Sie ist Furcht vor dem Verbrecher. Der Feuerschein, der dem schwarzen Hunde (vielleicht dem bsartigsten) folgt, ist das Feuer, die Vernichtung, die Strafe, das Schicksal des Bsen. Das Schweifwedeln des Hundes bedeutet, das er jedes andere Ding als wertvoller anerkennt als sich selbst. Die Treue des Hundes, welche so gerhmt wird, und die viele den Hund fr ein moralisches Tier halten lt, kann mit Recht nur als Symbol der Gemeinheit gefat werden: der Sklavensinn (a3) das Zurckkehren nach den Schlgen ist kein Vorzug. Otto W. : Die Hundswut ist ein sehr merkwrdiges Phnomen, vielleicht der Epilepsie verwandt, in welcher dem Menschen ebenfalls Schaum aus dem Munde tritt. Beide werden von der Hitze begnstigt. Wenn der Hund nicht wedelt, sondern den Schweif starr und gerade hlt, dann ist Gefahr, da er beit: das ist die verbrecherische Tat, alles andere, auch das Bellen, nur Zeichen der bsen Gesinnung. Hunde unter den Menschen in der Literatur sind der "alte Ekdal" in Ibsens Wildente und am groartigsten Minutte in Knut Hamsuns Roman "Mysterien". Viele sogenannte "alte Meister" reprsentieren den Hundetypus unter den menschlichen Verbrechern. Scene 6 Denn da es noch andere Verbrecher gibt, beweisen das Schwein, die Schlange. Sehr bedeutsam ist auch das Schnffeln des Hundes. Hierin liegt nmlich Unfhigkeit zur Apperzeption. Ganz wie der Hund, so wird auch die Aufmerksamkeit des Verbrechers durch einzelne Sachen ganz passiv angezogen, ohne da er wei, warum er sich ihnen nhert oder sie berhrt: er hat eben keine Freiheit mehr. Da er auf die Wahl berhaupt verzichtet hat, kommt auch in der Regellosigkeit der Kreuzung des Hundes mit irgend welcher Hndin zum Ausdruck. (a3) Diese wahllose Vermischung ist vor allem eminent plebejisch, und der Hund ist der plebejische Verbrecher: der Sklave. (schiet Hndin I dood) Otto W. : Ich wiederhole nochmals: es ist Blindheit, den Hund als ethisches Symbol zu betrachten; selbst R. Wagner soll einen Hund geliebt haben. (schiet Hndin II neer) Goethe scheint in diesem Punkte tiefer geblickt zu haben. Darwin erklrt das Wedeln des Hundes als "Ableitung der Erregung" Hnd.II : (met laatste krachten) "Ausdruck der Gemtsbewegungen". Otto W. : (geeft haar het genadeschot) Es ist natrlich der Ausdruck der rgsten Gemeinheit, der unterwrfigsten Devotion, die auf jeden Futritt gefat ist und um alles nur mehr bettelt. Hnd. :  Da lag dahingestrecket Ihr Sohn, und der war tot; Es spielt auf den bleichen Wangen Das lichte Morgenrot. Otto W. : Der volkommen Verbrecher kann als Mensch nicht leben, denn der Mensch hat noch immer Mglichkeit zu sein, so lang er lebt. Der Mord ist eine Selbstrechtfertigung des Verbrechers; er sucht sich durch ihn zu beweisen, da nichts ist. Der Verbrecher ist durchaus ohne Innenleben, er ist wie tot; man mordet zuerst sich selbst, bevor man den anderen mordet. (zet het pistool op zijn borst, fade-out op het toneel) Hnd. : (gezongen in het donker, of bij kaarslicht)  Die Mutter faltet die Hnde, Ihr war, sie wute nicht wie; Andchtig sang sie leise: Gelobt seist du, Marie! EINDE nter den menschlichen Verbrechern. SceneD,.X|" XZr@,|nj @  R T X  b D <&(d\2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` ORD(`V""BB\^pV`n.LN*,@<x&68J^`t\2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` ORDd.t&XZ\^np:hj|< H """#b#l######$R$$$"%$%%%%%&r&\2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` ORDr&&&'"'T''''(($)X)))))*~*** +r+++,L,N,d,,X------ .N...F////&0~000:1111122h2222 3R3334L4n4p4z44\2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` ORD4444^555&6t6v667H77788f888>99:::j:::;;;<j<<<<0=2===:>X>b>>>>>?V?????@P@@@@ZAAAA$BhBjBBB(CfCC\2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` OR&CCCD0DfDDDDD\EEE\FFFF&GHGGG8H:HHHINIIIIIIIIIIIII||(2"'( ) @S \2V' (L , X   p( L"0 &)8 40@ `6H =P DX isK` OR.LVl| Zpv&,>X ```222222222. "PS" $ 080 "PS"$ 08. "PS"$ 084 "PS""1$ 086 "PS""1$ 086 """1$ 08&  P ^ >DF\`r|p Vnnnnnnnnnn>n>nnnn6 """1$ 080 "PS"$ 080 "PS"$ 08. "PS"$ 084 """1$ 08*VX^lF^n<L,>~$248F`r$^lnpppppppppppppppp:4 """1$ 086 """1$ 080 "PS"$ 08. 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